Heise 03.08.2026
15:46 Uhr

heise+ | Klimaanlagen-Feindlichkeit: Warum Ideologie bei Hitze nicht hilft


Der heiße Juni hat den deutschen Klimaanlagenwiderstand zerschmettert. Zeit, mit den letzten Mythen aufzuräumen, kommentiert Clemens Gleich.

heise+ | Klimaanlagen-Feindlichkeit: Warum Ideologie bei Hitze nicht hilft

Der Deutsche Wetterdienst hat nach der historischen Hitzewelle im Juni eine schöne, nüchterne Zusammenfassung und Einordnung veröffentlicht. Bemerken wir ganz nüchtern:

Diese paar Punkte dürften einen Konsens von über 95 Prozent unter Klimaexperten finden, und sie kommen ohne Sensationen, Katastrophenszenarien oder dringende Appelle aus. Daher müssten sie auch in der Laienbevölkerung mehrheitsfähig sein. Als viel lesender Presseprofi habe ich bemerkt: Die übliche Argumentation à la „aber die Klimaanlage ist BÖSE!“ kam nach Juni kaum noch vor. Die meisten üblichen Verfechter sind ob der Realität eingebrochen und gestehen zu: Klimaanlagen sind in vielen Gebäuden sinnvoll! Dass wir so viele Krankenhäuser und Altenheime ohne haben, ist nicht besonders tugendhaft, sondern einfach nur dumm.

Dennoch haben sich ein paar Ultras eingegraben und bringen die alten Argumente weiterhin vor. Wie so oft sind die Argumente an sich gar nicht falsch. Sie ignorieren lediglich den breiteren Kontext, die Alternativen und deren Kosten. Mein Lieblingsargument der verbliebenen Antiklimatisierer ist: Mit Sommerhitze bedacht schlau gebaute Gebäude brauchen weniger Klimatisierung. Das ist vollständig richtig. Aber es ist nicht richtig vollständig.